Nachhaltigkeitsstrategie: erste konkrete Schritte auf den Weg gebracht

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Südtiroler Obstwirtschaft, kurz sustainapple, nimmt immer konkretere Formen an

 | © Südtiroler Apfelkonsortium
Seit der Vorstellung im November 2020 wurde an einem Arbeitsprogramm für das angehende Obstbaujahr gefeilt, welches nun in einem Workshop mit den Trägerorganisationen der Strategie beschlossen wurde. Unter anderem geht es um den Carbon Footprint und ein Projekt zum sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser, aber auch um die Sammlung von Umweltdaten und Kommunikation.
 
Das „Drei-Mal-Drei der Nachhaltigkeit – die Strategie zur nachhaltigen Entwicklung der Südtiroler Apfelwirtschaft“ unter dem Markenzeichen sustainapple wurde im vergangenen November vorgestellt: zunächst den Verantwortungsträgern der verschiedenen Organisationen aus der Welt der Südtiroler Obstwirtschaft, dann der Südtiroler Öffentlichkeit und der internationalen Fachwelt im Rahmen des Interpoma-Kongresses. Die Strategie ist Ergebnis einer mehrjährigen Gemeinschaftsarbeit unter der Leitung des Nachhaltigkeitsexperten Alfred Strigl (Institut „Plenum“, Österreich); in der Arbeitsgruppe waren alle maßgeblichen Verbände und Institutionen des Südtiroler Obstbaus beteiligt: von den großen Vermarktungsorganisationen VOG (Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften), VI.P (Verband der Vinschgauer Produzenten) und Südtiroler Versteigerungen über das Versuchszentrum Laimburg, den Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau, den Südtiroler Bauernbund (SBB), den Absolventenverein Landwirtschaftlicher Oberschule (A.L.S.) sowie das Assessorat für Landwirtschaft bis hin zu den AGRIOS und Bioland Südtirol, welche die Richtlinien für den integrierten bzw. biologischen Anbau festlegen und prüfen.
 
Die Nachhaltigkeitsstrategie definiert in drei Aktionsbereichen 10 Maßnahmenpakete, in welchen alle 17 Nachhaltigkeitsfaktoren berührt werden, wie sie von den Vereinten Nationen als SDGs (Sustainable Development Goals) definiert sind. Um die ersten konkreten Arbeitsschritte für 2021 zu definieren, traf sich die Arbeitsgruppe vor kurzem erneut zum Workshop – aus Corona Gründen im Online-Format. Knapp vier Stunden lang tauschten sich die mehr als 20 Teilnehmer darüber aus, welche ersten konkreten Maßnahmen ab sofort in Angriff genommen werden.
 
Ein wichtiges Projekt dabei betrifft den sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser: Im Rahmen eines Projektes zwischen dem Energieversorgungsunternehmen Alperia, dem Versuchszentrum Laimburg und dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau wurden Bodenfeuchtesensoren, Übertragungsmodule und eine App entwickelt. Die Messdaten der Bodenfeuchtesensoren in den Obstanlagen gelangen in Echtzeit auf das Handy der Bauern. Somit weiß der Bauer genau über den Stand der Wasserversorgung seiner Pflanzen Bescheid und kann bedarfsgerecht und effizient bewässern. Das Endprodukt wird in den nächsten Wochen für die Landwirte auf dem Markt verfügbar sein.
 
Eine weitere Maßnahme befasst sich mit dem CO2-Fußabdruck, dem so genannten Carbon Footprint. Hierzu soll eine wissenschaftliche Studie den Carbon Footprint von der Rampe bis zur Auslieferung der Äpfel untersuchen – dieser Aspekt wird dann mit anderen wissenschaftlichen Arbeiten zusammengeführt, welche bereits durchgeführt sind und die Bereiche Anbau und Lagerung beleuchten. Eine weitere Studie betrifft die überregionale Kreislaufwirtschaft, die gemeinsam mit den anderen landwirtschaftlichen Sektoren in Auftrag gegeben werden soll.
 
Darüber hinaus werden eine ganze Reihe von neuen Daten gesammelt und ausgewertet – darunter mit einem digitalen Erhebungsbogen „Lebensraum Obstanlage“ über die Biodiversität in Apfelwiesen sowie mit einem Umweltdatentool für die Genossenschaften. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Kommunikation – so sollen bereits heuer verschiedene Maßnahmen ausgeweitet werden, wie etwa das Apfelschulprojekt, die Apfelführungen und andere mehr; ein Erklärvideo über das Südtiroler Modell – es wurde vor wenigen Jahren von der Welternährungsorganisation FAO ausgezeichnet – soll bei verschiedenen Nachhaltigkeits-Awards präsentiert werden. Ebenso setzt man auf Weiterbildung für die Bauernfamilien und auf eine Dialogserie mit Kritikern.
 
Noch vor dem Sommer wird sich die Arbeitsgruppe erneut treffen, um sich über den Fortgang der Arbeiten auszutauschen.

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