Bio in Terlan: „Zusammenarbeit ist das Wichtigste“

Als vor gut 30 Jahren der Apfelanbau nach biologischen Kriterien in Südtirol Fuß fasste und begann, sich mit Gründung von Bioland zu organisieren, war eine der zentralen Fragen: Wie kommen die Bio-Äpfel in den Handel?

 | © Südtiroler Apfelkonsortium
Einer der Pioniere ist Josef Hafner vom Rosengartnerhof in Terlan – gemeinsam mit einigen anderen Bauern fand er bei der damaligen Terlaner Obstgenossenschaft (TOG – heute: Frubona OG Terlan) ein offenes Ohr und Unterstützung.
 
Aller Anfang ist schwer und wie so oft brauchte es auch hier: Pioniergeist, Geduld, Beharrlichkeit und den Willen zur Zusammenarbeit. Dies war der Ausgangspunkt, der vor 30 Jahren zur Gründung von Bioland führte – und so berichtet auch Josef Hafner von den Anfängen. 1989 hat er auf Anregung seines Nachbarn Josef Mair vom Larchhof die erste Wiese auf Bio umgestellt, 1993 dann den ganzen Betrieb – und nach der damals schon verpflichtenden Umstellungsperiode von drei Jahren lieferte er ab 1995 nur noch biologisches Obst.
 
Josef Hafner geht durch die Baumreihen, die direkt neben seinem Hof angelegt sind. In dieser Jahreszeit ist er hier vorwiegend mit Bodenbearbeitung beschäftigt – dem so genannten Krümeln. Vor 30 Jahren gediehen hier noch Golden Delicious. Seit 1998 wachsen Pink Lady; man erkennt: Die Blüte steht kurz bevor. Die ersten biologisch bewirtschafteten Sortenquartiere im Tal waren vor 30 Jahren Golden Delicious und Morgenduft. Diese waren schon damals eine gute Sorte, sowohl als Tafelware als auch als Schälware zur Weiterverarbeitung“. Seit damals hat sich viel getan – nicht nur, was Sorten betrifft: „Früher waren unsere Äpfel deutlich weniger schön; Schorf war ein großes Problem und den Früchten war dies oft auch anzusehen“, erzählt Hafner. Man fand zwar guten Absatz in den Biogeschäften, doch die Ansprüche der Kunden haben sich geändert: „Die Kunden wollen hochwertige Äpfel, sie müssen schön ausschauen und auch der Geschmack ist wichtig – mit mehligen Äpfeln kommt keine Begeisterung auf.“ Und so galt es, der Qualität ein noch größeres Augenmerk zu widmen. Die Weiterentwicklung der Technik, der Arbeitsweise und im Bereich Pflanzenschutz waren hier wichtig und hilfreich.
 
Doch wer Äpfel erwerbsmäßig produziert, muss sie auch verkaufen. Zwar löste, was die Anbaurichtlinien betrifft, Bioland den früheren Verband Alternativer Anbauer und den Verein für Ökologie ab – doch die Vermarktung war ein eigenes Kapitel. Hafner und seine Mitstreiter in Terlan hatten Glück: Sie fanden beim damaligen Geschäftsführer der Terlaner Obstgenossenschaft (TOG), Herbert Gritsch, ein offenes Ohr. „Gritsch hat uns von Anfang an unterstützt – es ist ihm damals schon gelungen, Supermärkte mit unseren Äpfeln zu beliefern, z.B. Tengelmann“, so Hafner. Diese Unterstützung währt bis heute, auch nachdem die TOG in der heutigen Frubona OG Terlan, mit seinem Geschäftsführer Luis Gaiser, aufgegangen war: „Wir liefern unsere Ernte, dort wird sie ein- und ausgelagert und unsere eigenen Kisten werden gewaschen; die Schälware wird direkt von hier an VOG Products geliefert und die Tafelware an Bio Südtirol.“ Bio Südtirol übernimmt dann die Sortierung und Verpackung und alle weiteren Schritte bis zu den Kunden.
 
Hafner ist somit zugleich Mitglied bei Bio Südtirol und bei Frubona OG Terlan. „Die Zusammenarbeit hier in Terlan war immer gut und ist es bis heute, und das ist das Wichtigste“, so Hafner. Insofern hat er wenig Verständnis für einzelne Kollegen, welche die Terlaner Genossenschaft kürzlich verlassen haben. „Zusammenarbeiten heißt, langfristig zu denken und zu handeln“, so Hafner. In den 30 Jahren habe es gute Jahre gegeben, aber auch weniger gute – „und dann ist es gut zu wissen, auf wen man sich verlassen kann“. Dies gelte auch für die Zukunft – auf die müsse man sich ohnedies noch professionell vorbereiten, sei es bei der Verarbeitung der Äpfel als auch bei der Lagerung. „Noch mehr Bauern werden auf Bio umstellen und das heißt auch: Mehr Ernte muss gelagert und vermarktet werden.“ Hierfür brauche es gute Partnerschaften und wohl auch neue Strukturen. „Ich denke, da wird den Verantwortlichen beim VOG und Bio Südtirol noch einiges einfallen müssen“, so Hafner.
 

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