Keine Chance den Marmorierten Baumwanzen

Klein, schädlich, stinkig und bereit für den Winter: Die Marmorierten Baumwanzen bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Das Versuchszentrum Laimburg untersucht den Schädling, um eine Bekämpfungsstrategie zu entwickeln.

Seit 2016 gibt es sie auch in Südtirol: Die Rede ist von der Marmorierten Baumwanze, wissenschaftlich Halyomorpha halys, im Volksmund schlicht „Stinkkäfer“ genannt. Die Schädlinge befallen unterschiedliche Zier- und Wildpflanzen und führen im Obstbau zu Ernteverlusten. Nun bereiten sie sich auf den Winterschlaf vor, den jeder verhindern kann.
Für ihren Winterschaf lieben die Marmorierten Baumwanzen geschützte, trockene, kühle und dunkle Stellen in Gebäuden. Das Licht zieht die Baumwanzen an, daher empfiehlt es sich abends die Fenster zu schließen oder nur stoßzulüften.
Die Baumwanzen verkriechen sich in Ritzen, Spalten und Verkleidungen, Fensterrahmen, Dachstöcken und Rollladenkästen. Diese können vorbeugend abgedeckt werden.
Eine dritte Möglichkeit sind Fliegengitter, die die Marmorierten Baumwanze und andere Insekten abwehren. Erschlagen ist eine Option, dabei können die Baumwanzen aber ein stinkendes Sekret freisetzen. Das tun sie auch, wenn sie sich bedroht fühlen und daher auch der Spitzname Stinkkäfer. Gelangen sie trotzdem ins Haus, wäre es möglich, sie mit dem Staubsauger einzusaugen oder einzufrieren. Außerdem können sie mit einem untergeschobenen Blatt nach draußen befördert werden. Insektizide Sprays sind nicht sinnvoll, da sie nicht den gewünschten Erfolg erzielen.
Schaden richten sie in den Häusern keinen an und sie können sich im Haus auch nicht vermehren.

In Südtirol wurden die ersten Baumwanzen im Jahr 2016 nachgewiesen. „Im Vergleich zum Vorjahr war dann ab August 2018 eine deutliche Zunahme der Baumwanze zu verzeichnen und diese neue invasive Art hat sich somit in Südtirol etabliert“, erklärt Silvia Schmidt, Expertin für invasive Schädlinge, Arbeitsgruppe Entomologie am Versuchszentrum Laimburg. Die Experten des Versuchszentrums überwachen den Schädling, analysieren dessen Schadpotenzial und untersuchen seine Populationsentwicklung, um eine wirksame Bekämpfungsstrategie zu entwickeln. „Wir untersuchen, inwiefern natürliche Gegenspieler den Schädling regulieren“, erklärt Stefanie Fischnaller, Expertin für invasive Schädlinge am Versuchszentrum Laimburg, die Arbeit. In engem Kontakt stehen sie dabei mit den Forschungsgruppen des oberitalienischen Raumes. Dabei tauschen sie sich über die Biologie und über die mögliche Regulierung aus. Trotzdem führe das Forscherteam der Laimburg Untersuchungen in Südtirol durch um die spezifischen örtlichen Begebenheiten zu berücksichtigen. Die Erfahrungen aus anderen Gebieten könnten nicht eins zu eins übernommen werden, betonen die Experten der Laimburg.

Im Vergleich zu 2017 nahm der Bestand der Baumwanzen ab August 2018 deutlich zu, da die heurigen Witterungsverhältnisse die Vermehrung stark förderten.
„Das bisherige Verbreitungsgebiet ist das Etschtal zwischen Meran und Salurn, wobei aber auch darüber hinaus Baumwanzen gesichtet wurden“, erklärt Klaus Marschall, Leiter des Instituts für Pflanzengesundheit am Versuchszentrum Laimburg. Weiters führt Marschall an, dass dieses Gebiet laut einer von der Laimburg durchgeführten Prognose durch die klimatischen Präferenzen (Modell nach Kriticos 2017) für die Etablierung der Marmorierten Baumwanze geeignet sei.

Pressedownload

Bitte geben Sie einen Suchbegriff mit min. 3 Zeichen ein.

Ich suche nach diesem Thema:

Apfelanbau Apfelsorten Events Gewinnspiel Kurioses Nachhaltigkeit Pflanzenschutz Qualität Vermarktung Weiterbildung

Sehr geehrter Besucher, unsere Website nutzt technische Cookies und Analysecookies von Erst- und Drittanbietern.
Wenn Sie mit der Navigation fortfahren, akzeptieren Sie die von unserer Website vorgegebenen Cookie-Einstellungen. Sie können die erweiterten Datenschutzbestimmungen einsehen, und die entsprechenden Anweisungen befolgen um die Einstellungen auch später ändern wenn sie hier klicken.